30. Dezember 2010

Nachdem wir einige Zeit mit der Haltung von Königspythons verbracht hatten, hatten wir den Wunsch, diese auch selbst nachzuziehen. Unsere erste Zuchtsaison war in den Jahren 2009/2010. Wir verpaarten unseren Spiderbock Donald mit zwei verschiedenen Classicweibchen. Das eine Weibchen war unsere Hilde, das andere ein Tier eines Bekannten. Wir wollen Euch nachfolgend unsere bescheidenen Erfahrungen bei unseren ersten Nachzuchten mitteilen. Diese Seite wird durch uns nach jeder weiteren Zuchtsaison und der Gewinnung neuer Erfahrungen aktualisiert. Die Bilder stammen aus beiden Verpaarungen.

Zunächst wollen wir kurz darauf eingehen, ab wann wir unsere Tiere, insbesondere die Weibchen, verpaaren. Unserer Meinung nach sollten die Weibchen erst ab ihrem dritten Winter verpaart werden. Vorher wird die Schlange unter Umständen das Sperma des Bocks nicht aufnehmen. Das Gewicht sollte mindestens um die 1500 g liegen. Bei den Böcken kann normalerweise schon ein Jahr vorher eine erfolgreiche Verpaarung erfolgen, sie sollten mindestens 700 g Gewicht haben, besser jedoch mehr.

Wir begannen unsere Zuchtsaison am 23.09.2009 mit der obligatorischen Absenkung der Nachtemperatur in unseren Terrarien um 3-4 Grad Celsius. Dies soll die Tiere zur Paarung stimulieren und vor allem das Weibchen dazu verleiten, dass es Follikel bildet. Nach dem Absenken der Temperatur haben wir Donald mehrere Male (insgesamt 5 Mal) in zweiwöchigem Abstand zu Hilde ins Terrarium zur Paarung gesetzt. Es konnte jedes Mal eine erfolgreiche Paarung beobachtet werden.

2010-02-12

Am 22.04.2010 war es soweit: Hilde setzte mit einem Gewicht von 1560 g insgesamt fünf Eiern als Erstgelege ab. Wir konnten den Legevorgang beobachten, entschlossen uns aber keine Fotos zu machen, um das Tier nicht unnötig zu stressen. Dieses erste Gelege wog stark 500 g, jedes Ei also um die 100 g. Ein Ei stank nach wenigen Tagen bestialisch und mußte beseitigt werden. Hilde wog nach der Ablage nur noch 1100 g, fraß jedoch alsbald wieder und holte den Gewichtsverlust schnell wieder auf. Das Weibchen unseres Bekannten legte 5 Eier, welche alle im Schnitt leichter waren als die Eier von Hilde.

2010-04-28 (3)

Für die Inkubation hatten wir uns schon zuvor einen Inkubator zugelegt, der vor dem Legedatum auch schon einige Tage in Betrieb war, um optimale Bedingungen für die Eier zu schaffen  Unsere größte Sorge, wie wir Hilde von ihren Eiern trennen sollten, erledigte sich von selbst. Die Mutter verließ nämlich kurzfristig ihr Gelege um zu trinken. Wir konnten somit die Eier ohne Stress für uns und die Schlange entnehmen und in den Inkubator überführen.

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2010-05-07 (2)

Wir hatten uns entschlossen, die Eier auf einem Gitterrost ohne Zeitigungssubstrat zu inkubieren. Dies stellte sich im Nachhinein als Fehler heraus. Vermutlich war der Gitterrost zu engmaschig, so dass sich unter den Eiern Feuchtigkeit ansammeln konnte, welche die unten liegenden Eier des Gelegeballens zum Durchfeuchten brachten. Deshalb legten wir die Eier nach 2 Wochen in Schalen mit feuchtem Vermiculit, die aber oben offen waren. Mit dieser Zeitigungsmethode brachten wir drei Eier des Geleges von Hilde  über die Brutperoide, ein Jungtier verstarb noch im Ei. Aus den Eiern schlüpften 2 Spidermädchen und ein Classicbock. Diese wiesen ein Gewicht zwischen 56 und 68 Gramm auf. Aus dem Gelege unseres Bekannten schlüpftem aus allen Eiern gesunde Jungtiere.

2010-06-21

Nach der Häutung der Jungtiere gingen diese schon bald an die als Futter angebotenen Vielzitzenmausspringer. Bei einer wöchentlichen Fütterung gediehen die Jungschlangen prächtig und wiegen heute (30.12.2010) alle um die 300 g.