16. November 2008
Terrarium:
Wir verwenden für unsere Köpis wie auch für die Nattern Holzterrarien. Dies ist unserer Ansicht nach bei den Pythons noch wichtiger wie bei den Nattern, da sie für klimatische Schwankungen anfälliger sind. Ein ausgeglichenes Klima lässt sich in einem Holzterrarium einfach leichter herstellen als in einem Glasterrarium. Die Jungtiere bis 600 g Gewicht bewohnen maximal zu zweit ein 80×50x50 Becken, unsere Tiere ab 600 g Gewicht sind jeweils alleine oder zu zweit in einem 150×60x60 großen Becken untergebracht.
Die Haltung der Jungtiere zusammen in einem Terrarium stellt sich bisher als problemlos dar. Insgesamt ist unserer Meinung nach darauf zu achten, dass das Becken mit den Schlangen mitwächst. Die Tiere reagieren in einem zu großen Becken eher scheckhaft und werden auch langsamer handzahm.
Beleuchtung und Beheizung:
Der Beleuchtung und Beheizung eines Köpiterrariums kommt eine große Bedeutung zu, da hierdurch die klimatischen Bedingungen für die Haltung der Tiere geschaffen werden. Wir verwenden zur Beleuchtung unserer kleinen Becken je eine Energiesparlampe. Die großen Becken werden mit je einer Leuchtstoffröhre beleuchtet. Ob man diese vor dem Zugriff des Python schützen muss sei dahingestellt. Dies stellt wohl eher eine optische Komponente dar, da die Tiere dämmerungs- und nachtaktiv sind und sich normalerweise bei eingeschalteter Beleuchtung nicht zeigen. Somit besteht aus unserer Sicht auch keine Verbrennungsgefahr durch die Lampen. Rein optisch macht eine Verkleidung aber durchaus Sinn.
Beheizt werden unsere Becken zum einen mit einer Heizmatte und zum anderen mit einem Elsteinstrahler. Und dieser Strahler muss unbedingt mit einer Verkleidung zum Schutz vor Verbrennen ausgestattet sein, da er auch Nachts für die nötige Wärme sorgt. Die Strahler werden sehr heiß und da sich die Tiere manchmal nachts um die Strahleraufhängung wickeln, wäre eine Verbrennung der Haut vorprogrammiert.
Wir halten bei unseren Tieren tagsüber eine Temperatur zwischen 29 (Dezember und Januar) und 31 Grad (Februar bis November) für angemessen. Nachts wird über einen Thermostat eine Absenkung um 5 Grad erreicht. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei uns zwischen 50 und 70 %.
Bodengrund:
In unseren Königspythonterrarien haben wir bisher verschiedene Substrate getestet. Am Anfang haben wir in den Terrarien Repti Bark verwendet. Es ist ein optisch ansprechendes relativ dunkles Substrat, das aus Douglasienrinde besteht. Es schimmelt nicht und speichert die Feuchtigkeit relativ gut. Allerdings ist es relativ teuer. Weiterhin haben wir bisher Hanfeinstreu und ein Weichholzgranulat verwendet. Beide Substrate sind unserer Meinung nach für die Königspythonhaltung durchaus geeignet. Beide Substrate schimmeln nicht und speichern recht gut die Feuhtigkeit. Allerdings sind sie optisch aufgrund ihrer hellen Farbe nicht sehr ansprechend.
Auf Empfehlung haben wir dann seit 2009 Korkgranulat als Einstreu ausprobiert. Für uns bisher das beste Substrat. Es ist optisch ansprechend, schimmelt bei richtiger Belüftung nicht und vor allem bindet es die Ausscheidungen der Tiere gut. Ein weiterer aber nicht entscheidender Vorteil ist das geringe Gewicht des Korks.
Wasserschalen:
Als Wasserschalen verwenden wir auch bei den Pythons glasierte Kleintierfutternäpfe aus Ton oder bei den Jungtieren Plastikfutternäpfe eines schwedischen Einrichtungshauses. Diese werden durch die Kleinen teilweise auch als Unterschlupf verwendet.
Die Wasserschalen werden bei uns alle 2-3 Tage gereinigt und einmal in der Woche desinfiziert.
Terrarieneinrichtung und -hygiene:
Auch hier unterscheiden sich unserer derzeit für die Haltung von Königspythons benutzten Terrarien. Die kleineren durch die beiden Jungtiere bewohnten Becken weisen als Einrichtung nur einen Unterschlupf sowie die Wasserschale auf. Bei unseren größeren Terrarien wurden außerdem ein Kletterast sowie mehrere Kunstpflanzen für die Einrichtung verwendet. Dies vor allem auch deshalb, weil dieses Becken für die endgültige Haltung vorgesehen ist und somit auch die Einrichtung vollständig sein soll. In den kleineren Becken werden in Zukunft nur etwaige Neuzugänge oder eigene Nachzuchten gehalten werden.
In allen Becken befinden sich Schlupfboxen aus Plastik, die innen mit feuchtem Sphagnum-Moos bestückt sind. Wir verwenden Tonunterschlupfe der Fa. Reitter Keramik. Diese sind nicht glasiert und haben oben ein kleines Wasserreservoir. Wir besprühen die Unterschlupfe einmal täglich. Der Ton speichert die Feuchtigkeit, so dass die Luftfeuchtigkeit im Unterschlupf optimal ist. Bei längerer Abwesenheit werden die Wasserbecken des Unterschlupfs befüllt. Diese geben die Feuchtigkeit dann über einen längeren Zeitraum ab.
Bei unseren Köpis werden selbstverständlich die Wasserschalen wie oben beschrieben gereinigt. Kot und Urin werden sofort bei bemerken entfernt. Eine Generalreinigung der Terrarien erfolgt nach 3-4 Monaten.
Fütterung:
Zunächst stellte sich uns die Frage, ob wir unseren Tieren Lebend- oder Frostfutter verfüttern wollen. Wir hatten uns sofort für Frostfutter entschieden, einfach weil es leichter als Vorrat zur Verfügung steht. Eine eigene Nagerzucht wollten wir uns nicht zumuten. Die Umstellung unserer Tiere auf Frostfutter stellte kein Problem dar. Nach kurzer Zeit konnten sich alle unsere Tiere mit Totfutter anfreunden.
Allerdings stellte sich mit zunehmendem Alter der Tiere heraus, dass Donald und Clyde nicht mehr an die Frostfuttertiere gingen. Dies führte dazu, dass wir uns doch entschlossen eine kleine Zucht von Vielzitzenmäusen anzutun. Seit wir diese haben, stellt die Fütterung der Beiden kein Problem mehr dar.
Die Jungtiere erhalten alle 5 Tage eine adulte Frostmaus oder einen Vielzitzenspringer. Ab einem Gewicht von 300 g stellen wir auf eine Fütterung mit Frostratten um, je nach Größe der Tiere. Allerdings erhalten sie bis zu einem Gewicht von 500 g dann nur alle 7 und ab 500 g alle 10 Tage Futter. Adulte Tiere bekommen alle 14-21 Tage ihrer Größe angemessene aufgetaute Ratten oder Vielzitzenmäuse.
Da wir unsere Tiere teilweise in Gemeinschafthaltung halten, nehmen wir in diesen Fällen ein Tier zur Fütterung aus dem Becken und füttern dieses separat in einer Faunabox.
Auf eine Vitaminisierung unserer Futtertiere verzichten wir weitestgehend. Maximal alle 2-3 Monate spritzen wir ein Vitaminpräparat in die Frostnager.
